Am 30. Jänner 2026 wurde das „Nationale Krebsrahmenprogramm 2026 – 2035“ von BM Korinna Schumann zum ersten Mal der Öffentlichkeit präsentiert. Unterstützt wurde sie dabei von Karin Eglau (GÖG), Anita Kienesberger (Obfrau Allianz onkologischer Patient:innenorganisationen) und Mediziner Felix Kreil.
BM Korinna Schumann bezeichnete das Programm als „einen strategischen Kompass für die nächsten zehn Jahre der Krebsbekämpfung in Österreich. Unser Ziel ist es, Prävention zu stärken, Krebserkrankungen früh zu erkennen, die Versorgung weiter zu entwickeln, und die Lebensqualität in allen Phasen der Erkrankung mitzudenken.“ Der renommierte Onkologe Felix Kreil erklärte dazu, dass im neuen Krebsrahmenprogramm das Modell des Krebskontinuums, also die Betrachtung der Erkrankung als durchgehende Versorgungskette von der Prävention bis zur Nachsorge, als konsequent verankert anzusehen sei.
Mehr als 100 Expert:innen aus Wissenschaft, Versorgung, Verwaltung und Zivilgesellschaft waren an der Erstellung des Nationalen Krebsrahmenprogramms beteiligt. Auch die Allianz onkologischer Patient:innenorganisationen wurde dazu eingeladen.
Anita Kienesberger erklärt, dass „wir erstmals bei der Überarbeitung des neuen österreichischen Krebsrahmenprogramms eingebunden waren, und viele unserer Vorschläge – etwa aus EU-Transitionsleitlinien oder die Wichtigkeit der Anbindung von PatientInnen – in der neuen Version aufgenommen wurden. Das Programm ist jetzt um vieles besser, umfangreicher und somit auch evaluierbarer. Allerdings möchte ich darauf hinweisen, dass es unverbindlich bleibt: Wer hält sich dann an dieses Rahmenprogramm, wenn es nicht verpflichtend ist?
Ein bundesweit koordinierter Krebsplan würde eine Harmonisierung der Versorgung erleichtern, klare Patient:innen-Pfade ermöglichen und die Arbeit spezialisierter Kompetenzzentren strukturieren. Außerdem möchte ich betonen, dass die Umsetzung der EU-Initiativen die durch den „Europe’s Beating Cancer Plan“ und die „Cancer Mission“ wichtige Grundlagen liefern, in Österreich noch nicht vollständig erfolgt ist, und dass die Zuständigkeit auf Bundesebene eine zentralisierte, fachlich abgestimmte Krebsversorgung unterstützen würde.“
Florian Trauner, Projektleiter des Krebsrahmenprogramms bei der GÖG ergänzt, dass durch den breit angelegten, partizipativen Erstellungsprozess eine fundierte und zukunftsorientierte Grundlage für die Weiterentwicklung der Krebsbekämpfung in Österreich geschaffen worden sei.

